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Bauen im Bestand
Scheunenumbau, Bensheim-Zell

Diese Scheune mit massigem Bruchsteinsockel wurde vertikal in zwei Einheiten für Wohnung und Atelier (mit jeweils eigenem Zugang von außen) geteilt. Das Konzept für den Ausbau lässt die ursprüngliche Bestimmung des Gebäudes deutlich erkennen:
Außen blieb daher das Bruchsteinmauerwerk unverputzt, das Scheunentor erhalten, und das Dach wurde wieder mit Bieberschwanzziegeln eingedeckt. Im Innern greift der Entwurf die Dreiteilung des Raumes auf. Dieser wurde asymmetrisch vertikal in einen (kleineren) Atelierbereich sowie einen (größeren) Wohnbereich gegliedert.
Beide Einheiten werden vom Hof aus erschlossen: das Atelier über eine Stahlspindeltreppe mit Brücke, der Wohnbereich über die Tenne mit ihrer hofseitigen Glasfassade. Vor dieser Glasfassade befindet sich nach wie vor das alte Scheunentor. Bei Bedarf kann es geschlossen werden und als überdimensionaler Laden unliebsame Einblicke ins Innere verschließen.
Das beeindruckende Sprengwerk liegt, vor allem im Wohnbereich, nach wie vor frei und ist konstruktiv wiederverwendet. Aus der Beibehaltung der räumlichen Gliederung ergeben sich großzügige Raumhöhen, zum Teil von fünf Metern. Die Wohnflächen sind auf verschiedene Ebenen verteilt.
Die Innenflächen der Bruchsteinmauern sind mit Dämmputz atmungsaktiv wärmeisoliert und mit einem kalkhaltigen, leicht modellierten Oberputz überzogen. Als Fußbodenbelag für die Bodenflächen in den unteren Ebenen wurde schwarzer, gespaltener Schiefer gewählt. Die Böden der oberen, intimer genutzten Ebenen bestehen aus geölten Holzplatten.
Dominant unter den neu hinzu gekommenen Materialien sind Glas (v. a. die hofseitige Fassade, zwei übermannshohe Gauben zum Garten sowie das Firstoberlicht im Atelier) und Metall (u. a. für die Gewände der neu eingesetzten Fenster und Treppen). Sie kontrastieren die vorhandenen Materialien Holz und Stein und verstärken so deren Wirkung – und umgekehrt.

Preise und Auszeichnungen:
Tag der Architektur 2002
Veröffentlichungen:
Althaus modernisieren, Heft August/September 2004, Fachschriften Verlag, Stuttgart
Frankfurter Rundschau 05.09.2004, Nr. 224 I. R.
Mannheimer Morgen 05./06.11.2004, Nr. 259
Hessischer Rundfunk, Hessenfernsehen: Hauptsache Kultur

Baujahr: 1885
Bestand: Bruchsteinsockel mit Fachwerkaufbau, (liegender) Dachstuhl, z. T. Zwischenwände aus Backstein
Raumvolumen: 995 m³
Grundfläche: 95 m², teilunterkellert
Umbaujahr: 2001/02
Wohnfläche: 110 m², Atelierfläche: 60 m²
Nutzfläche: 30 m²
Dämmung: Macodach (Polystyrol-Hartschaum), Dämmputz (innen)
Charakteristika: Glasgauben, Oberlicht, Glasfront vor (bzw. hinter) dem alten Scheunentor, verzinkte Spindelltreppe mit Cortenstahlmantel, Schiefer- und Holzfußböden
Haustechnik: Gas-Brennwertkessel, zentraler Staubsauger

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© Architekten Hochberg-Neff · 55276 Oppenheim · www.hochberg-neff.de · www.scheunenumbau.de · design: nobt